Wir haben das Recht, dass es uns gut geht!

Bei unserem Spaziergang mit den Hunden vor einigen Tagen fing es nach wenigen Minuten an, wie aus Eimern zu schütten. Wir hatten keinen Schirm dabei und Glück. Denn da befindet sich dieser Bunker am Flussufer, und da stehen einige Gartenstühle sowie ein Grill. Es scheint ein gerne genutzter Platz zu sein.

Wir setzten uns auf zwei Stühle unter den Vorsprung an der Seite des Bunkers. Dieser Vorsprung ist gerade breit genug, um bei Regen Schutz zu bieten, wenn man sich darunter setzt. Da sassen wir also mit unseren Hunden auf dem Schoss, vor dem Regen geschützt, mit wunderbarem Ausblick auf den Rhein.

Es war faszinierend zuzusehen, welche Muster die Regentropfen in das Flusswasser zeichneten. Das Geräusch von Wasser auf Wasser wirkte unmittelbar beruhigend, sodass wir einfach nur da sassen und den Ausblick von Moment zu Moment genossen. Die Gedanken kamen und gingen. Wir liessen sie einfach zu und vorbeiziehen, massen ihnen jedoch keinerlei Bedeutung bei.

Wir hatten Schutz vor dem sich ergiessenden Wolkenbruch gefunden. Dieser Schutz liess uns einfach das Hier und Jetzt geniessen. Und das veranlasste mich zu den folgenden Reflexionen, die ich hier mit Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, teilen möchte.

Wir haben ein stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit, weshalb „Schutz“ für uns immer wieder eine bedeutende Rolle spielt. Wir suchen stets nach Möglichkeiten des Schutzes. Bisweilen nimmt dieses Bedürfnis jedoch seltsame Ausmasse an.

Manche Menschen ziehen sich in ihre eigene kleine Welt zurück, weil sie mit sich selbst beschäftigt sind oder weil sie die Flut von Aussenreizen nicht mehr aushalten. Sie fühlen sich dann nur noch in ihrem eigenen „Schutzraum“ sicher.

In Amerika gibt es in praktisch jedem Haus einen so genannten panic room, dessen eigentlicher Zweck es ist, den Hausbewohnern Schutz vor Naturkatastrophen oder einem eventuellen atomaren Supergau zu bieten. Der Name „Panikraum“ spricht jedoch eine ganz deutlich andere Sprache …

Manche Menschen legen sich einen Schutzpanzer an, und das sprichwörtlich: Sie werden immer dicker und dicker. Sie sind davon überzeugt, sich nur auf diese Weise schützen zu können; vor Kummer und Sorgen, vor ihrem Umfeld, vor sich selbst.

Manche Menschen „schützen” sich, indem sie aggressiv reagieren, ständig gereizt sind oder andere und ihr Umfeld terrorisieren. Sie lassen ihr inneres Ungleichgewicht an ihrem näheren und weiteren Umfeld aus.

Warum?

Ganz viele Menschen haben verlernt, sich vom Hals an abwärts wahrzunehmen.

Unser Körper existiert vom Kehlkopf an abwärts nicht mehr.

Was zählt, sind Zahlen, Daten, Fakten. Das lernen wir ja schon in der Schule. „Was du nicht mit eigenen Augen siehst, glaube nicht.“, heisst es doch so schön.

Wir haben zudem gelernt, unsere Eigenverantwortung immer wieder abzugeben. Die übernehmen ja schliesslich unsere Eltern, der Lehrer, der Herr Doktor, die Frau Psychologin, der Staat …

Wir sind kopfgesteuert. Für Gefühle ist kein Platz.

Wir haben es bestens drauf, unsere Emotionen zu kontrollieren, zu verdrängen, runterzuschlucken. Wir müssen schliesslich „stark sein“.

Vor diesem Hintergrund verwundert es mich nicht, dass selbsternannte „Gurus“ mit ihren (auch noch so abstrusen) Methoden, wie zB „Wie du dich am besten schützt“, dermassen Erfolg haben und uns damit unser Geld aus der Tasche ziehen. Selbst da geben wir lieber unsere Verantwortung an jemand anderes ab. Wir machen uns lieber etwas vor und lügen in unsere eigene Tasche, was das Zeug hält, als für uns selbst die Verantwortung zu übernehmen.

Lieber lassen wir denken und machen, als dass wir es selbst tun.

Ich sage – und das aufgrund langjähriger Selbsterfahrung:

Wer in sich selbst ruht und sich selbst liebt, ist mit sich und der Welt im Reinen.

Wer mit sich und der Welt im Reinen ist, braucht sich nicht „schützen“.

Doch genau darin liegt die Krux: In sich selbst zu ruhen und sich selbst zu lieben, heisst, sich selbst vertrauen zu können. Sich selbst zu vertrauen, heisst, sich selbst genau zu kennen. Wer sich selbst genau kennt, hat viel und lange, mitunter Jahre, an sich gearbeitet. Und hat die Bereitschaft, jeden Tag an sich zu arbeiten.

An sich selbst arbeiten, das ist den meisten allerdings bereits zu viel „Arbeit“. Ihnen auch? Seien Sie an diesem Punkt bitte ehrlich zu und mit sich selbst.

Wir haben Angst, uns auf diesem Weg selbst zu begegnen, insbesondere unseren „unschönen“ Seiten. Und die haben wir alle. Es ist klar, dass wir dabei auch unseren dunklen Seiten begegnen. Das aufzuarbeiten, kann sehr unangenehm sein und viel Kraft kosten.

Wenn wir von Anfang lernten, Liebe zuzulassen und sie als „Übung“ auf unserem Weg in die innere Freiheit anzunehmen und uns selbst zu akzeptieren, statt uns selbst mit unserem Kopf und Ego im Weg zu stehen, hätten wir bereits mehr „als die halbe Miete“.

Wir möchten stattdessen immer noch tüchtiger, schöner, gescheiter als die Anderen sein. Wir sind bestrebt, dieses Wunschbild Realität werden zu lassen, oft genug mit den vorher angesprochenen Mitteln und auf den erwähnten (Um-)Wegen. Wir können nicht das Beste aus uns herausholen, wenn wir uns auf Dauer unter Druck setzen.

Das fängt schon bei der Erziehung an und findet in der Schule und in der Ausbildung seinen Fortgang. Schon ganz viele Kinder werden durch die dauernden Bewertungen in Not gebracht. Wir Erwachsenen bleiben vor diesem Leistungsanspruch ebenfalls nicht verschont.

Es wäre jedoch viel zielführender – und das ist nicht ganz einfach -, liebevoll zu erkennen, was in uns allen Schönes und Kostbares angelegt ist und diesem Potenzial in uns zum Aufblühen zu verhelfen. Das ist „Erziehung“ im besten Sinne des Wortes. Das ermöglicht unsere freie Entfaltung.

Leider haben viele Menschen den „Blick der Liebe“ in ihrem Leben nicht kennenlernen dürfen. Wie sollen sie dann sich selbst annehmen, geschweige denn anderen dazu verhelfen können?

Es ist an uns, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und uns selbst, unsere Kinder und die anderen Menschen in Liebe anzunehmen. Um es abschliessend mit den Worten eines Priesters des Ordens von Don Bosco auf den Punkt zu bringen:

„Ein Blick der Liebe und ein Wort der Ermunterung erreichen mehr als viele Vorwürfe.“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich selbst wahrnehmen können.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf sich selbst hören.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich selbst annehmen können.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich selbst vertrauen können.

Wir Menschen haben das Recht, dass es uns gut geht.

Auch Sie!

Herzlich, Monica Rehm

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