Wandel und warum der Wald uns wohl-tut – Teil 1

Hallo liebe Leserin, lieber Leser, heute berichte ich ein wenig über den Wandel von Monica 1.0 zu Monica 4.1. Mein Weg war und ist öfters steinig und steil, und er bereitet mir Freude! Ich möchte ihn dir heute ein bisschen näherbringen. Dir damit Mut machen, deinen eigenen Weg unter die Sohlen zu nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Und was das mit dem Wald zu tun hat, das erfährst du auch noch.

Die Ferne ruft

Nachdem ich sechs Jahre als Übersetzerin meine ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt hatte, zog es mich in die weite Welt hinaus. Nach einem eher kurzen Aufenthalt in Südfrankreich reiste ich nach Australien. Der rote Kontinent hatte seit jeher eine besondere Faszination auf mich ausgeübt. Und so wurde aus dem ursprünglich geplanten halben Jahr in Down Under ein ganzes. Australien ist tatsächlich das Land of Oz!


Kulturschocks

Die Rückkehr in die Schweiz traf mich knüppelhart. Wenn ich bis dahin das Wort Kulturschock nur gehört hatte und nicht genau verstand, was alles dahintersteckt, so erfuhr ich es in den Monaten danach mit voller Wucht. Ich fand mich in der Schweiz nicht mehr zurecht. Alles war so dicht beieinander, die Autos, die Berge, die Häuser, die Menschen. Verglichen mit der grossen Weite Australiens ist die Schweiz ein Puppenhaus!

Dann folgte der nächste Kulturschock. Ich zog mit Sack und Pack auf die Kanaren. So flog ich nun dahin. Und kam in eine mir total fremde Welt. Kaum hatte ich mich an das Schweizer Uhrwerk gewöhnt gehabt, musste ich mich wieder komplett umstellen. Die spanischen Uhren ticken anders, und erst recht die kanarischen!


Viel Arbeit, wenig Geld und ganz viel Freude

Ich lebte und arbeitete im Süden von Tenerife. Innert kurzer Zeit stellte ich fest, dass das mit der Arbeit und dem Geld auf den Kanaren eine ganz harte Nummer ist. Ich arbeitete sieben Tage die Woche von früh bis spät, damit ich davon Miete, Essen, Trinken und Transport von und zur Arbeit bezahlen konnte und noch etwas Taschengeld für mich selbst überblieb. Und es machte mir Freude! In der Zwischenzeit hatte ich nämlich diese wunderschöne Insel mit ihren gastfreundlichen und äusserst hilfsbereiten EinwohnerInnen sowie ihre Lebensart lieb gewonnen und meine innere Uhr angepasst.


Polizei

Bevor ich auf die Kanaren übergesiedelt war, hatte ich mich bei der Stadtpolizei Zürich für die Ausbildung beworben. Ich wollte wissen, ob die eine so «alte Schachtel» wie mich überhaupt noch nehmen würden. Nach neun Monaten Bewerbungsprozess rief mich meine Mutter an, um mir das Endergebnis mitzuteilen: «Sehr geehrte Frau Rehm, es freut uns, dass …» Hatte ich es doch tatsächlich von über 1700 Bewerbenden in die Klasse der auserwählten 25 AnwärterInnen geschafft!

Also siedelte ich vier Monate später in die Schweiz zurück, um die Ausbildung zur Polizistin anzupacken. Mein lieber Scholli, ich kann dir sagen, das war eine intensive Zeit! Ich lernte in den zwei Ausbildungsjahren dermassen viel und war zudem fit wie ein Turnschuh. Dank meinem Durchhaltewillen und Ehrgeiz schloss ich die Ausbildung als Älteste der Klasse mit dem zweitbesten Resultat ab.


Prägende Erfahrungen

Nach der Ausbildung ging es direkt in den Zürcher Stadtkreis 4 – das ist da, wo meistens am meisten los ist. Als einzige Frau in «meiner» Truppe hatte ich nicht immer einen leichten Stand. Wenn es aber drauf ankam, hatte ich die allerbesten Kameraden! Ich erfuhr hautnah, was Zusammenhalt und Vertrauen bedeuten und dass sich zwischen Leben und Tod nur ein Hauch befindet. Diese und noch ganz viel mehr Erfahrungen prägten meine eigene Lebenseinstellung nachhaltig. Damals kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Mentaltraining, und das blieb mir bis heute treu.

Wenn du in so einem Beruf arbeitest, dann musst du nicht nur körperlich «parat» sein, sondern ganz doll darauf achten, dass du einen guten Ausgleich hast und mental total fit bist. Das Fitnesscenter war damals fast mein zweites Zuhause. Und wenn ich nicht bei der Arbeit oder im Fitness war, traf man mich im Wald beim Laufen oder Meditieren an.


Lebensstationen

Als ich mein Psychologiestudium aufnahm, war ich Wachtmeisterin und mehrere Jahre an der Polizeischule als Instruktorin im Einsatz gestanden. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verliess ich die Polizei, weil ich nicht die geforderten 70% hätte arbeiten können. So wechselte ich in die Sicherheitsbranche, um mir damit mein Studium und Leben zu finanzieren. Aus den 50% Arbeit wurden schon bald gefühlte 150. Drei von vier Wochenenden im Monat war ich als Verhaltenstrainerin und Sicherheitsdozentin irgendwo in der Schweiz unterwegs.


Burnout

Und so kam es, wie es kommen musste. Nach 50 Überstunden in zwei Wochen – nebst Studium und Privatleben – hatte es mich komplett zusammengefaltet. Ich konnte eines Morgens einfach nicht mehr aufstehen. Ich lag gelähmt im Bett! Irgendwie schaffte ich es noch, meinen Chef anzurufen, dass ich krank sei und die nächsten zwei, drei Tage nicht zur Arbeit kommen würde. Aus diesen zwei Tagen wurden drei Monate stationär in einer Burnout-Klinik. Doch ich rappelte mich wieder auf und ging erstarkt zurück ins Leben.


Partnerschaft

Noch während des Klinikaufenthaltes hatte ich die Kündigung erhalten (in der Schweiz gilt bei Krankheit ein Kündigungsschutz von nur drei Monaten) und meine neue Partnerin kennengelernt. Kaum wieder im «richtigen» Leben hiess es also, Stelle suchen. Meine Partnerin war mir eine wertvolle moralische Stütze. Schon bald arbeitete ich wieder in der Sicherheitsbranche und schob am Basler Flughafen Schicht.


Verlust

Und ich schrieb an meiner Diplomarbeit, denn mein Studium kam in die wichtige Endphase. Im Herbst hatte ich den Abschluss erfolgreich geschafft und freute mich auf einen weiteren Lebensabschnitt. Ich hatte eine tolle Partnerin an meiner Seite und wollte eigentlich als Betriebspsychologin neu durchstarten. Doch erstens kommt es anders, zweitens als frau denkt: Bei meiner Partnerin wurde Lungenkrebs diagnostiziert! 10 Monate später war sie in der anderen Welt. Und ich am Boden zerstört.


Zäsur

Nach einigen Wochen des Dahinvegetierens schoss es mir plötzlich ein: «Monica, so geht das nicht weiter!» Von dem Moment an krempelte ich mich total um. Ich fing wieder mit intensivem Mentaltraining an und übte mich täglich mehrmals in Achtsamkeit und Dankbarkeit. Ich hörte das Rauchen auf, machte täglich mehrstündige Märsche in der wunderbaren Natur, stellte meine Ernährung komplett um und nahm innert zehn Monaten 25 kg ab! Monica 4.1 war geboren!


Berufung

In dieser Zeit schrieb ich mich an der Paracelsus Schule in Zürich ein und nahm meine neue Ausbildung auf. In den vergangenen bald drei Jahren habe ich mir ein riesiges Wissen über das System Mensch angeeignet. Ich begegne wundervollen Menschen und lebe meine Berufung.


Waldbaden

Über die schweren Zeiten in meinem Leben halfen mir immer wieder ausgedehnte Märsche durch die Wälder und die wundervolle Natur. Die Bewegung an der frischen Luft war und ist für mich wie Medizin. Wald – und das ist mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen – ist Medizin. Hast du gewusst, dass Waldbaden (Shinrin-yoku) in Japan eine medizinisch anerkannte Therapie ist? Und das aus gutem Grund.


Warum der Wald uns wohl-tut

Schon Hildegard von Bingen (1098 – 1179) wusste: «Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün.» Wald hat eine Stress lösende Wirkung. Waldatmosphäre aktiviert den Nervus Vagus, auch das ist inzwischen nachgewiesen. Der Vagusnerv ist der Nerv der Ruhe und Regeneration und ist zuständig für die Entspannung und die Wiederherstellung unserer körperlichen und geistigen Reserven.

Im zweiten Teil dieses Artikels führe ich die Erklärungen für die wohltuende Wirkung des Waldes auf uns Menschen weiter aus. Ich gehe zudem näher darauf ein, warum Wald sogar eine heilende Wirkung haben kann. Ich freue mich, wenn du wieder dabei bist und wünsche dir bis dahin frohe Ostern und eine bereichernde Zeit.

 

Herzlich, Monica

Tags:, , , , , , , , , ,

Trackback von deiner Website.

Kommentare (4)

  • Avatar

    Sibylle

    |

    Liebe Monica

    Ich bewundere dich, du hast so viel erreicht, wow du kannst echt stolz auf dich sein.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und bin ein Fan von deinem Blog !!!

    Reply

    • Avatar

      Monica Rehm

      |

      Liebe Sibylle, herzlichen Dank für deine lieben Worte. Ich bin zu Tränen gerührt! Und Danke für eure Freundschaft! Lasst es euch gut gehen! momo

      Reply

  • Avatar

    Ruth Homberger

    |

    Liebe Momo, ich bin ganz tief beeindruckt von deinen Worten. Alles Liebe Ruth

    Reply

    • Avatar

      Monica Rehm

      |

      Liebe Ruth, herzlichen Dank! Lass es dir gut gehen und bis zum nächsten Hypnosestamm, herzlich momo

      Reply

Kommentieren

Standort

Akademie MR
Praxis more4life®

Dorfstrasse 237
CH - 5275 Etzgen

Weiter lesen...

Kontakt

monica.u.rehm@gmail.com
+41 78 840 44 75
monica-rehm.com

alive-free.ch

mydoterra.com/rehooilcoaching