Hypnose – effizient und effektiv und trotzdem unterschätzt

Liebe Leserin, lieber Leser, heute erzähle ich dir ein wenig über die Geschichte der Hypnose und aus welchem Vorläufer sie sich entwickelte. Ich zeige dir am Beispiel der Depression auf, weshalb Hypnose eine effiziente und effektive Methode ist – wenn nicht sogar eine der effizientesten und effektivsten überhaupt. Und dass sie trotz alledem immer noch unterschätzt, respektive nicht berücksichtigt wird. Zum Unwohle unzähliger Betroffener …

 

Wie der Mesmerismus entstand

In Anbetracht der Tatsache, dass über die Geschichte von Hypnose und über Hypnose als Therapieform bereits unzählige Bücher geschrieben worden sind, wäre es wenig sinnvoll, hier und jetzt noch eines mehr zu schreiben. Deshalb werde ich das Ganze ein wenig abkürzen und euch die Fakten näherbringen, von denen ich finde, dass sie es wert sind, erwähnt zu werden.

Vor etwas mehr als 250 Jahren schaute ein deutscher Arzt namens Franz Anton Mesmer (1734 – 1815), der in Wien praktizierte, einem Zauberer zu, wie er etwas mit Magneten vorführte. Der Zauberer behauptete, dass er irgendeinen Zuschauer dazu bringen könne, nach seiner Pfeife zu tanzen, und das bei blosser Berührung desselben mit einem seiner Magneten.

Er schritt sogleich zur Tat und demonstrierte, dass er genau dazu in der Lage war. Das Geheimnis lag natürlich in der Kraft der gesprochenen Suggestionen. Was der Zauberer da veranstaltete war so etwas wie der Vorgänger der Showhypnose (die mit seriöser Hypnosetherapie NICHTS zu tun hat). Doch Mesmer war davon überzeugt, dass die Magneten eine eigene Kraft besassen, die das bewirkte.

 

Die Kraft von heilsamen Suggestionen

Aus dieser Überzeugung heraus entwickelte er seine eigene Theorie des Magnetismus, auch bekannt als Mesmerismus. Gute Gesundheit, behauptete er, hänge von der Richtung des Magnetflusses im Körper ab, welcher auch einfach umgedreht werden könne.

Und so kam es, dass er irgendwann jeden Tag von 3000 PatientInnen aufgesucht wurde. Um allen gerecht zu werden, musste er seine Methode verändern. Seine ursprüngliche Methode bestand darin, dass er eine Wanne mitten in einen grossen Raum stellte, aus welcher so genannte «Magnetruten» ragten. Die PatientInnen sassen im Kreis um diese Wanne, und alle hielten eine Rute. Sie glaubten, dass auf diese Weise der Magnetfluss in ihren Körpern wieder begradigt würde und sie dadurch geheilt würden.

Eines Tages begab sich Mesmer in seinen Hinterhof, berührte einen der dort stehenden Bäume mit einer Magnetrute und erklärte, dass der Baum nun magnetisiert sei. Alles, was seine PatientInnen nun noch tun mussten, war, den magnetisierten Baum berühren, um so wie durch ein Wunder von ihren Krankheiten geheilt zu werden.

Es war natürlich auch da die Kraft der Suggestionen, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivierte und so den Körper schliesslich in die Heilung brachte.

Als Benjamin Franklin während eines Aufenthaltes in Frankreich einer solchen Magnetismus-Vorführung beiwohnte, zog er daraus folgenden Schluss: “Wenn diese Menschen überhaupt genesen, dann ist es, weil sie ihre eigene Vorstellungskraft genesen lässt.” Er hatte es richtig erkannt.

Der Mesmerismus war danach nicht mehr so populär. Viele Ärzte befassten sich jedoch im Geheimen weiterhin damit. Einer dieser Ärzte war der schottische Chirurg James Braid (1795 – 1860).

 

Vom Mesmerismus zur Hypnose

Eines Tages entdeckte Braid, dass ein Patient, der auf seine Augenuntersuchung wartete und dabei ein Licht an der Decke mit starrem Blick fixierte, dadurch in eine Art mesmerischen Zustand gekommen war. Weil man damals dem Mesmerismus eher mit Skepis begegnete, schuf Braid einen neuen Begriff. Die Hypnose war geboren.

Seit James Braid den Begriff «Hypnose» geprägt hatte, konnte sie sich als Therapieform schon ein wenig etablieren, auch wenn sie mangels besseren Wissens noch häufig falsch eingeschätzt wird. Für diverse Therapien ist Hypnose eine optimale Ergänzung, respektive die ideale Methode zur Unterstützung.

Hypnose schafft es in kurzer Zeit, die Ursachen vielerlei Blockaden aufzulösen und den betroffenen Menschen danach ein besseres Leben zu ermöglichen. Auch dann, wenn Menschen mit ihrem Coming Out hadern.

Sie kommt als Kurzzeitintervention trotzdem noch viel zu selten zum Einsatz. Denn:                               Hypnose kommt sowohl ohne medikamentöse Therapie als auch ohne lästige Nebenwirkungen aus und macht nicht abhängig. In nur wenigen Sitzungen kann “das Problem” (zumindest teilweise) behoben werden. Möglicherweise ist sie für die auf Langzeittherapien ausgelegte Schulmedizin zu wenig rentabel und wird deshalb noch immer nicht von den Krankenkassen anerkannt …

 

Hypnose nach einer Depression

Gerade nach einer Depression (viele LGBT-Menschen leiden an Depressionen) ist Hypnose eine sehr wirksame Methode zur Lösung der ihr zugrundeliegenden Ursachen und für den heilsamen Weg zurück in ein zufriedenes und sinnvolles Leben.

(Ich schreibe hier absichtlich nach, denn kein Betroffener kann sich während einer Depression für irgendetwas aufraffen.)

Die Vielzahl der uneinheitlich verwendeten Bezeichnungen in der Schulmedizin für Depression (depressive Episode, dysthyme oder zyklothyme Störung, um nur drei zu nennen) verdeutlicht die Schwierigkeit, sich auf eine einheitliche Terminologie zu einigen. Wie soll sich denn da ein Verständnis für diese Krankheit bilden können?

Mittlerweile weiss man, dass nicht immer ein Mangel an den Neurotransmittern (= Botenstoffen) Serotonin und Norepinephrin als Ursache für eine Depression vorliegen muss. Dies würde erklären, dass 30 bis 40 Prozent (!) der Betroffenen nicht auf die so genannten Serotoninwiederaufnahme-Hemmer (SSRI = Selective Serotonine Reuptake Inhibitor) ansprechen. Wie war das nochmal? Aaah ja, genau:

Hypnose kommt ohne Medikamente aus, hat keine negativen Nebenwirkungen und macht nicht abhängig.

Wer eine Depression nicht selbst erlebt hat, kann sich nicht annähernd vorstellen, was alles abläuft. Ich kann es, denn ich war mehrmals davon betroffen. Ich litt an so genannt rezidivierenden schwer depressiven Episoden. Dank Hypnose nicht mehr …

Unser Denken ist davon geprägt, allem und jedem eine Bedeutung zu geben. Wenn du eine Depression hast, findest du jedoch nirgends mehr nur den Hauch einer Bedeutung. Es hat alles keinen Sinn mehr. Eine absolute Sinn- und Bedeutungslosigkeit legt sich über alles.

Ich habe mich weder auf die Dynamik des Lebens eingelassen, noch habe ich mich mit ihr auseinandergesetzt. Ich habe mich dem Leben gänzlich verweigert. Die Depression überwucherte mit der Zeit meine ganze Persönlichkeit. Ich empfand kein Glück mehr. Das Gefühl für Sinn verliess mich. Ich verlor die Fähigkeit, noch überhaupt irgendein Gefühl zu empfinden.

Ich kam an einen Punkt, ab dem mir mein eigenes Wesen fremd war. Ich erkannte mich selbst nicht mehr. Zu dem gesellte sich das Gefühl, ausserhalb meines Körpers zu sein. Ich nahm meinen Körper nicht mehr wahr, spürte ihn nicht mehr. Das mündete im kompletten Identitätsverlust und in der totalen Verlustkrise. Zum Schluss blieb mir nur völlige Hoffnungslosigkeit und letztendlich die totale Verzweiflung.

Wusstest du, dass 20 Prozent aller an Depression leidenden Menschen Suizid begehen? Depressionen sind eine der tödlichsten Krankheiten!

Kannst du dir vorstellen, dass ich in dieser Phase meiner Depression Äusserungen wie: “Warum bist du so deprimiert, du hast doch alles, dir geht es doch gut …” oder “Jetzt reiss dich mal zusammen, wird doch nicht so schlimm sein …” oder “Das ist nur eine Phase, das geht wieder vorbei …” nicht ertragen konnte und mich schier zum Kotzen brachten? Lieber schweigst du, als so einen Stuss von dir zu geben!

Ich ging mit nichts und niemandem mehr in Resonanz. Mir fehlte jeder Bezug. Ich war weder bei anderen noch bei mir selbst, sondern erlebte eine Gefühl- und Resonanzlosigkeit. Absolut kein Mitschwingen mit irgendetwas oder irgendwem war vorhanden. Der Moment war gekommen, als mich nur noch der Alkohol in Resonanz bringen konnte …

 

Hypnose als erfolgreiche Therapiemethode

Die Gemeinsamkeit von sämtlichen Färbungen der Depression ist ihre Ursache:

Die Basis für depressive Zustände liegt in alten, unzeitgemässen Mustern und Glaubenssätzen.  

Und genau da MUSS Hypnose vermehrt als Therapie berücksichtigt werden! Denn:

Hypnose ist eine – wenn nicht sogar DIE – Methode, die gerade solche Muster und hemmenden Glaubenssätze höchst wirksam auflöst und durch neue, förderliche ersetzt. Dass sie das kann, habe ich ausführlich in meinem Blogartikel «Warum Hypnose den angeketteten Elefanten befreit» beschrieben.

Hypnose löst hinderliche Muster und negative Glaubenssätze nachhaltig.

Hypnose ist ein therapeutisches Werkzeug, das aufgrund dieses Wirkmechanismus bei unzähligen Krankheitsbildern erfolgreich eingesetzt werden könnte. Wenn sie denn nicht immer noch unterschätzt würde …

SpitzensportlerInnen setzen Mentaltraining und Hypnose seit Jahren erfolgreich zur Verbesserung ihrer Leistungen, zur Stärkung ihres Durchhaltevermögens und ihres Willens, aber auch für Stressmanagement und Motivation ein. Wir HypnosetherapeutInnen sind dafür die ExpertInnen, also sollten wir doch diejenigen Werkzeuge nutzen, die wir in unserem Repertoire haben.

Zum Wohle aller KlientInnen, die in und mit ihrem Leben unzufrieden sind.

Herzlich, Monica

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Kommentare (2)

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    Sandra

    |

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass manche Hypnosetherapeuten behaupten, dass Depression eine Kontraindikation für Hypnose ist. Dabei ist das völliger Unsinn! Gerade bei leichten und mittelschweren Depressionen ist Hypnose äusserst wirkungsvoll. Und das sind auch die Klienten, die sich noch aufraffen können und einen anderen, hilfreicheren Weg suchen.
    Ich bin überzeugt, dass Hypnose nach und nach seinen Platz als hochwirksame Therapiemethode etablieren wird.

    Herzlichst
    Sandra

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    • Avatar

      Monica Rehm

      |

      Liebe Sandra,
      Genau, danke! Auch deshalb habe ich diesen Blogartikel aus meiner persönlich betroffenen Sicht geschrieben. Herzlich, Monica

      Reply

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