Der Raum oder warum dieser Impuls etwas kürzer ausfällt

Liebe Leserin, lieber Leser, der heutige Blogartikel fällt kürzer aus, dafür ist er umso poetischer.

Poetischer deshalb, weil meine Gedanken zurück in meine Kindheit schweifen und dort in einem Raum verweilen, in dem ich mich oft und gerne aufhielt.

Mein Unterbewusstsein holt Bilder, Emotionen, Empfindungen und Farben hoch und verbindet so den heutigen Raum mit jenem Raum aus der Vergangenheit.
Das ist wie in meinem InnerBalance Mentaltraining© …

Und über diesen Raum aus der Vergangenheit habe ich einige Zeilen geschrieben, inspiriert durch das Gedicht „Der Ort“ von Bernd Jentzsch aus dem Jahr 1978.

Der Raum

Wo ich mich sehr oft aufhielt
Wo ich mich wohl fühlte
weil die braunen Möbel
eine warme Ausstrahlung hatten
Wo ich viele Stunden verbrachte
zum Fenster hinausschauend
einfach nur dasitzend

Wo ich auf dem weichen Sofa
einschlief und träumte
Wo der solide Sekretär
an der Wand stand
und mich anstarrte
Wo diskutiert gelacht
geweint und gestritten wurde
Wo man sich anschwieg
oder anschrie

Wo ich oft am Tisch sass
weil ich zum Essen eingeladen worden war
Die Stühle hart und doch bequem
Der Tisch gerade gross genug
für eine Familie mit Gästen
An Weihnachten stand
auf dem kleinen Tisch beim Sofa
der Christbaum
Die Kerzen brannten
und die Menschen sangen
Manchmal ein bisschen falsch

Der Raum
wo ich oft mit meinen FreundInnen
Musik hörte
Wo ich meistens willkommen war
Wo man durch die durchsichtige Tür
sehen konnte
wie die Mutter in der Küche
Geschirr zerschlug

Wo ich am Tisch sitzend
über den Hausaufgaben brütete
oder etwas bastelte
Wo Spiele gewonnen
und verloren wurden
Wo am Mittagstisch
schweigend gegessen wurde
weil im Radio
die Nachrichten liefen

Wo ich durch die Fenstertür hinaustrat
weil ich die Aussicht vom Balkon geniessen wollte
Der Balkon war gross
alles dort unten so klein
und weit weg
Im Frühling war
der ganze Garten ums Haus
ein einziges Blumenmeer
Das Fenster stand offen
und der Wind spielte mit den Vorhängen
Manchmal regnete es rein

Der Raum
Wo ich mich sehr oft aufhielt
Wo ich mich wohl fühlte
weil die braunen Möbel
eine warme Ausstrahlung hatten
Wo ich viele Stunden verbrachte
zum Fenster hinausschauend
einfach nur dasitzend

Der nächste Impuls wird wieder etwas länger ausfallen; es sei mir heute verziehen.
Eine tolle Woche für dich, und lass es dir gut gehen!

Herzlich, Monica

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Kommentare (2)

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    Ursula

    |

    Danke für den artikel. Ich kann dir sehr gut nachfühlen. Wie du weist bin ich grad und Elternhaus gezogen und da kommen jeden Tag solche Erinnerungen. Danke dass du das für mich in Worte gepackt hast
    Sehr treffend

    Reply

    • Avatar

      Monica Rehm

      |

      Liebe Ursel, vielen Dank für deinen Kommentar. Die Verarbeitung dieses Themas ist nötig und wichtig. Ich freue mich, wenn ich damit etwas anstosse und bewege. Herzlich, momo

      Reply

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